Inv. Nr.: G 210
Datierung: Mittelkyprisch II-III (ca. 1800-1600 v. Chr.), White Painted III-IV
Größe: H 6 cm, Dm 5, 9 cm
Material: Keramik
Fundort: "Cypern", Ankauf 1940

  • Henkeltasse der White Painted Ware
  • Henkeltasse der White Painted Ware
  • Henkeltasse der White Painted Ware
  • Henkeltasse der White Painted Ware
  • Henkeltasse der White Painted Ware

Es handelt sich dabei um eine kleine handgeformte Tasse mit rundem Boden, kugelförmigem Körper und trichterförmiger Mündung mit gerader Lippe. Der vertikale, ehemals schlaufenförmige Henkel von der Schulter zum Mündungsrand ist abgebrochen. 
Die Farbe der Oberfläche ist hellorange, die Bemalung ist rotbraun. Das Gefäß glänzt leicht, was auf eine nachträgliche Polierung hinweist.
An Lippe, Schulter und Fuß befindet sich eine horizontale Linie. Der Bauch des Gefäßes ist mit einer vierfachen Zickzacklinie dekoriert, dieses Dekor ist von den einfachen Linien an der Schulter und am Fuß eingerahmt. Der untere Henkelansatz wird von drei parallel verlaufenden Linien zickzackförmig eingefasst. Diese durch die untere horizontale Linie erzeugte Teilung in Boden und Bauch ist häufig an kleinformatigen Gefäßen der White Painted Ware zu beobachten.
Am Gefäßboden kreuzen sich zwei parallele Linien mit drei parallel verlaufenden Linien. Die Tasse hat keine Standfläche und wurde zur Aufbewahrung wahrscheinlich aufgehängt, wodurch die gekreuzten Linien am Boden gut zur Geltung kamen.
Die Produktion von White Painted Keramik begann bereits im Übergang von Frühzyprisch III zu Mittelzyprisch I, also ca. um 1900 v. Chr., und erreichte ihren Höhepunkt in Mittelzyprisch II  (1800-1725 v. Chr.) und III (1725-1600 v. Chr.) mit einem Ausklingen in Spätzyprisch I (1600-1450 v. Chr.). White Painted dominiert die Keramikproduktion der mittleren Bronzezeit auf Zypern. Das Gefäß wird mit einem weißlichen Schlicker überzogen und mit rotbraunen, braunen oder schwarzen Linien, matt oder glänzend bemalt. Das Formenrepertoire wird aus der Red Polished Ware übernommen, aber dann ausgeweitet und modifiziert. Besonders beliebt war die Gattung im Norden und Osten der Insel, während der Westen in dieser Zeit eher monochrome Waren bevorzugte.

(G.K.)

Literatur

CVA Wien, Kunsthistorisches Museum (4) Taf. 20, 5
A. M. Nielsen - L. Wriedt Sørensen, The vase collection in the Odense University (Jonsered 2001) 12 Kat. A.44 Taf. 9, 2
http://www.fas.harvard.edu/~semitic/hsm/FSCypBronzeAge.htm

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