• Schale der Red Polished Ware
  • Henkeltasse der White Painted Ware
  • Schnabelkanne der White Painted Ware
  • Humpen oder Krug der White Slip Ware
  • Teil eines Doppelgefäßes
  • Kourotrophos-Statuette

Die Insel Zypern war durch ihre günstige Lage im östlichen Mittelmeer immer schon ein Brennpunkt politischer und wirtschaftlicher Interessen. Die reichen Kupfervorkommen und die Produktion und der Handel von Kupfer vernetzten die Insel innerhalb der umliegenden Gebiete (Kleinasien, Syrien, Palästina, Ägypten, Ägäis). So kamen unterschiedliche kulturelle Einflüsse nach Zypern und formten die charakteristische zyprische Kultur.
Die frühbronzezeitliche Kultur (Frühzyprisch, 2500-1900 v. Chr.) ist vor allem durch die Grabfunde greifbar. Die Bestattungen enthielten Keramikgefäße polierter Waren, vor allem der sog. Red Polished Ware, einer rotpolierten Ware mit Ritzmustern und figuralen Verzierungen. Die Mittelbronzezeit (Mittelzyprisch, 1900-1600 v. Chr.) wurde durch die White Painted Ware dominiert, die zum Teil ältere Gefäßtypen aufgriff, aber durch den hellen Überzug und die dunkle Bemalung deren Charakter gänzlich veränderte.
In der Spätbronzezeit (Spätzyprisch, 1600-1050 v. Chr.) kam es durch rege Handelstätigkeit und vielfältige auswärtige Kontakte zu einer Blütezeit auf Zypern. Stadtanlagen und Bauten für zentrale Verwaltungen, das Herstellen von Quadern mit feinster Oberfläche und die Verwendung der Schrift zeugen von einer Hochkultur. Gefäße der White Slip Ware und der Base Ring Ware wurden als Tafelgeschirr und Transportgefäße für Parfums und Opium in die Levante, nach Ägypten und in die Ägäis exportiert und belegen die große Wertschätzung dieser Keramikgattungen.
Das 11. Jahrhundert brachte Diskontinuitäten, aber auch Kontinuitäten von Siedlungsplätzen, die Einführung der Leichenverbrennung und die Verwendung des Eisens mit sich. In assyrischen Inschriften (um 707 v. Chr., 673/72 v. Chr., 664 v. Chr.) werden erstmals die später bekannten Stadtkönigtümer genannt. Die Phöniker brachten ägyptische und vorderorientalische Einflüsse mit und entwickelten gemeinsam mit Einheimischen und Griechen eine charakteristische eisenzeitliche Kultur. Diese Kultur zeigt sich in der materiellen Hinterlassenschaft sowohl in der eisenzeitlichen Keramik als auch in der Plastik, für die der lokal anstehende weiche Kalkstein verwendet wurde. Heiligtümer waren häufig in ländlichem Kontext angesiedelt und kombinierten offene Höfe mit kleinen Schreinen. Palastbauten sind Zeugnisse einer hierarchisch strukturierten Gesellschaft.

(G.K.)

Literatur

V. Tatton-Brown, Ancient Cyprus (Cambridge, MA, 1988)
A. Bernhard-Walcher - G. Dembski - K. Gschwantler - V. Karageorghis, Die Sammlung zyprischer Antiken im Kunsthistorischen Museum (Wien 1999)

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