Inv. Nr.: D 56
Datierung: 2. Jh. n. Chr. (?)
Größe: 0,31 m (Kopfhöhe)
Original: Lunensischer Marmor, römische Kopie eines späthellenistischen Marmorwerkes
Museumsstandort: Rom, Villa Albani

  • Herme des Sokrates
  • Kopf des Sokrates

1735 in Tusculum in den Ruinen der angeblich Cicero gehörigen Villa gefunden. Der einem Silen gleichende Sokrates trägt einen üppigen Vollbart, der in frei geteilten Locken herabfällt und rund geschnitten ist. Die Form des Kopfes ist stark plastisch modelliert und mit gewissem Pathos vorgetragen. Dass es sich um Sokrates handelt, geht aus einem Wandfresko aus Ephesos hervor, auf dem eine Sokratesstatue mit Namensbeischrift abgebildet ist. Zu Sokrates Leben gibt es wenige Angaben: 469 v. Chr. wurde er als Steinmetzsohn geboren und musste als athenischer Bürger im Peloponnesischen Krieg seinen Militärdienst ableisten. Er selbst ging keiner beruflichen Tätigkeit nach, sondern lebte von den Zuwendungen seiner teils wohlhabenden Anhänger. 399 v. Chr. wurde er schließlich wegen Religionsfrevels (Asebie) angeklagt und wegen der Einführung neuer dämonischer Wesen sowie der Verführung der Jugend zum Tode verurteilt. Er lehnte einen ihm angebotenen Fluchtversuch ab und trank erhobenen Hauptes den Schierlingsbecher zur Vollstreckung des Urteils.

(H.M.)

Literatur

W. Helbig, Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom IV (Tübingen 1972) 229 Nr. 3252

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