Inv. Nr.:  D 119
Datierung: um 450 v. Chr.
Größe: 1,69 m
Original: Marmorkopie nach Bronzeoriginal von Myron
Museumsstandort: Rom, Vatikanische Museen

  • Gesamtansicht des Diskobol
  • Verlauf der Wirbelsäule mit falschem Halsfortsatz
  • Wurfarm mit Diskus

Im Übergang vom 6. zum 5. Jh. v. Chr. vollzieht sich eine große Wende in der griechischen Kunst. Eines der bekanntesten Beispiele für die frühe Klassik ist wohl der Diskobol des Myron. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen weist diese Skulptur nun starke Bewegung auf und ist nicht, wie vorher üblich, durch strenge Frontalität und Starrheit gekennzeichnet.  So sieht man beim Diskobol eine Momentaufnahme. Die Haltung der Arme, der Beine und des Oberkörpers  zeigen einen äußerst angespannten Athleten, der kurz davor ist, den Diskus wegzuschleudern. Das Auffällige an der Skulptur  ist, dass der Kopf nicht in diesen Spannungszustand miteinbezogen wurde und eher entspannt wirkt. Der Verlauf der Hals- und Rückenwirbelsäule lässt darauf schließen, dass der Kopf nachträglich falsch ergänzt wurde. Interessant ist auch, dass der Kopf vom Diskus weggedreht ist und ein wenig zu klein scheint.

(R.M.)

Literatur

W. Fuchs, Die Skulptur Der Griechen4 (München 1993) 73-76
S. G. Miller, Ancient Greek Athletics (New Haven 2004) 229

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