Inv. Nr.: G 60
Datierung: 2./3. Jh. n. Chr.
Maße: Randdurchmesser 15,5 cm, Höhe 9 cm, Gesamthöhe mit Deckel 13 cm
Material: Keramik; reduzierend gebrannt, schwach glimmer- und steinchengemagert, fein geschlämmt; Farbe mittelgrau
Beschreibung: nach außen geneigter, unterschnittener Rand, eckiger Körper; innen am Deckel Drehrillen; im Inneren der Schüssel organische Reste
Fundort: Penzendorf/Stmk.Publiziert bei Schörgendorfer 1942, 13f. Taf. 9/130

  • Dreifußschüssel ohne Deckel
  • Dreifußschüssel mit Deckel

Dreifußschüsseln zählen zum Standardrepertoire im Fundmaterial von sog. norisch-pannonischen Hügelgräbern, ihr Hauptverbreitungsgebiet deckt sich auch mit dieser Grabform. Die Herkunft der Gefäßform, welche im Siedlungszusammenhang als Kochgeschirr Verwendung fand, ist umstritten: Während vor allem die ältere Forschung von italischen Vorläufern ausgeht, findet sich in jüngeren Publikationen die Auffassung, Dreifußschüsseln hätten sich aus einheimischen Vorbildern im Bereich der späteren Provinzen Noricum und Pannonien entwickelt. In Gräbern dienten diese Gefäße zur Aufbewahrung der Speisebeigaben, sie konnten aber auch als Urne für den Leichenbrand genutzt werden.

(S.L.)

Literatur

W. Artner, Die provinzialrömischen Gräber von Gleisdorf in der Oststeiermark. Mit einem Beitrag von Reinhold Wedenig, Mitt. ÖGUF 38/39 (Wien 1988/89)
Ch. Hinker, Flavia Solva vor der Stadtrechtsverleihung. Befunde und Funde aus der insula XL, SchStBh 3 (Graz 2006)
A. Schörgendorfer, Die römerzeitliche Keramik der Ostalpenländer, SoSchrÖAI 13 (Wien 1942)
O.H. Urban, Das Gräberfeld von Kapfenstein (Steiermark) und die römischen Hügelgräber in Österreich, MünchBeitrVFG 35 (München 1984)

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