Inv. Nr.: Gleisdorf 89511
Datierung: 153/154 n. Chr.
Material: Bronze
Beschreibung: Dupondius, Antoninus Pius für M. Aurelius Caesar, Prägestätte RomVorderseite (Avers): Kopf nach rechts, barhäuptig; Umschrift: [AVRE]LIVS CAE/SAR [AUG PII FIL]Rückseite (Revers): Minerva mit Eule, Speer, Schild, stehend nach links; Umschrift: [TR] POT III [COS II]
Fundort: vicus von Gleisdorf
Publiziert bei Lehner 1995, Nr. 61

  • Münze Vorderseite
  • Münze Rückseite

Die Beigabe einer Münze als sog. "Charonsobolus", als Bezahlung für den Fährmann Charon, der die Toten über den Unterweltsfluss Styx in den Hades bringt, ist als sehr alte Grabsitte schon bei den Griechen überliefert. Dabei wurde die Münze dem Verstorbenen in den Mund gelegt und mit ihm auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Brauch des Charonsobolus gilt als der mediterrane Grabbrauch schlechthin und zählt erfreulicherweise zu den wenigen Bestattungssitten, deren ursprünglicher Sinn bekannt ist. Münzbeigaben in Gräbern werden darum gerne als Indikatoren für die Romanisierung gewertet.

(S.L.)

Literatur

BMC 1960
M. Lehner, Münzen, in: Th. Lorenz et al. (Hrsg.), Der römische vicus von Gleisdorf. Bericht über die Ausgrabungen 1988-1990, VIAG 2 (Wien 1995), 61-64
M. Witteyer - P. Fasold (Hrsg.), Des Lichtes beraubt. Totenehrung in der römischen Gräberstraße von Mainz-Weisenau, Katalog zur Ausstellung (Wiesbaden 1995)

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