Inv. Nr.: G 103
Datierung: Attisch-schwarzfigurig, 1. Viertel 5. Jh. v. Chr.
Größe: Höhe 11,4 cm

Lekythos mit Wagenlenkerdarstellung

Die Lekythos stellt auf ihrem Hauptbild ein nach rechts gallopierendes Gespann dar. Der bärtige Wagenlenker trägt einen weißen, langen Chiton und hält neben den Zügeln einen Stock (Kentron), um die Pferde zu kontrollieren. Hinter dem Gespann stürmt die Göttin Athena entgegen. Sie ist mit einem Helm und einer Lanze ausgestattet. Hippische Agone waren Wettkämpfe innerhalb der aristokratischen Gesellschaft. 680 v. Chr. wurde das Wagenrennen als Disziplin in den olympischen Spielen eingeführt. Der lange Chiton des Wagenlenkers gehörte zu seiner Standardausrüstung. An den Schultern wurde der Chiton zusammengeschnürt, damit der Stoff sich über dem Rücken nicht aufblähen konnte. Das beste Beispiel eines Wagenlenkers bietet der sog. "Wagenlenker von Delphi", eine Bronzenstatue, die in die Zeit zwischen 478-74 v. Chr. gehört. Bei den Panathenäen, einem Fest zur Ehre der Göttin Athena, wurden ebenfalls hippische Agone veranstaltet, die "Apobatai". Auf der Darstellung dieser Lekythos weist die Anwesenheit der Göttin Athena wahrscheinlich auf dieses zu ihren Ehren veranstaltete Fest hin.

(M.C.)

 

Literatur

W. Deckel, Sport in der griechischen Antike. Vom minoischen Wettkampf bis zu den Olympischen Spielen (München 1995)
U. Kron, Die zehn attischen Phylenheroen, AM Beih. 5 1976, 75-76
M. Weisenhorn, Die hippischen Agone, in Forum Archaeologiae 42/III/2007 <http://farch.net/>

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