Inv. Nr.: G 35
Datierung: Attisch-schwarzfigurig, 540-530 v. Chr.
Größe: Höhe 23,5 cm
Maler: Dem Sandalen-Maler zugeschrieben (Pochmarski)

  • Schulterlekythos Gesamtansicht
  • Schulterlekythos Detail

Auf dem Hauptbild des Gefäßes ist Herakles im Kampf mit dem nemeischen Löwen zu sehen. Herakles packt mit einer Hand die Vorderpranke des Tieres und mit der anderen versucht er, dessen Nacken zu umschlingen. Der Löwe stützt sich mit seiner linken Hinterpranke am linken Knie des Herakles ab und schlägt seine rechten Vorderkrallen in die Schulter des Helden. Auf beiden Seiten betrachten je zwei Zuschauer mit Speeren in den Händen den Kampf.
Im Schulterbild stehen sich zwei Athleten mit riemenumwundenen Fäusten im Faustkampf gegenüber. Rechts und links betrachten je zwei Richter mit Ruten in den Händen den Kampf.
Der Kampf des Herakles mit dem nemeischen Löwen war die erste von zwölf Taten, die der Held nach Anweisung des Königs von Argos, Eurystheus, durchführen musste. Der nemeische Löwe war ein Untier, das auf der Peloponnes Tiere und Menschen tötete. Herakles erlegte das Ungeheuer mit dem unverwundbaren Fell, indem er mit seiner Keule den Schädel des Tieres zerschlug und es anschließend erwürgte. Dann zerschnitt er das Fell des Tieres und fertigte sich daraus einen Umhang, den er seitdem immer zu seinem Schutz trug und der zu seinem Erkennungszeichen wurde.

(M.C.)

 

Literatur

M. Lehner - T. Lorenz - G. Schwarz, Griechische und italische Vasen aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz (Graz 1993) 30-32 Nr. 16 Abb. 20-21
E. Pochmarski, Herakles und der nemeische Löwe auf einer Lekythos in Graz, in: F. Krinzinger - B. Otto - E. Walde-Psenner (Hrsg.), Forschungen und Fund. Festschrift Bernhard Neutsch (Innsbruck 1980) 341-348 Taf. 66. 67

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