Inv. Nr.: G 23
Datierung: Attisch-rotfigurig, 460-450 v. Chr.
Größe: Höhe 16cm, Durchmesser 19cm
Maler: Maler von Brüssel

  • Skyphos Vorderansicht
  • Skyphos Rückansicht

Dieser große Becher (griechisch: Skyphos) war das gebräuchlichste Trinkgefäß der Griechen. Er besitzt zwei hufeisenförmige Henkel und wird manchmal auch als Kotyle bezeichnet.
Der hier in unserer Sammlung befindliche Skyphos fasst rund 2,5 l es sind aber Gefäße mit bis zu 8 l Fassungsvermögen bekannt!
Wie viele andere Becher wurde auch dieser Skyphos bemalt. Er war jedoch auf Grund seiner Form unter den Malern nicht sehr beliebt, doch gab es einige Meister, die sich trotzdem auf die Dekoration von Skyphoi spezialisiert hatten.
Die beiden Bilder auf Vorder- und Rückseite stehen im Zusammenhang: Ein Lyra tragender Jüngling erwartet eine Hetäre, welche ihn zu einem Symposium begleitet. Der Jüngling ist in einen Mantel gehüllt, in seinem Haar trägt er eine Haarbinde, die er für das Fest angelegt hat. Das Saiteninstrument, die Lyra, ist mit einer Tänie geschmückt. Oberhalb der Figur findet man die Inschrift "KALOS" (schön).
Das Mädchen ist in laufender Bewegung abgebildet und trägt Chiton und Mantel. Auf ihrem Kopf befindet sich eine Kopfbedeckung, ein Sakkos, welcher sie als Hetäre kennzeichnet. Die Inschrift "KALE" ist die weibliche Form von „schön" und das Pendant zu ihrem männlichen Gegenüber.

(O.P.)

 

Literatur

G. Schwarz in: M. Lehner - Th. Lorenz - G. Schwarz, Griechische und italische Vasen aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz, Veröffentlichungen des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz (Graz 1993) 42-44

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