Inv. Nr.: G 40
Datierung: Attisch-rotfigurig, um 410 v. Chr.
Größe: Höhe mit Deckel 4,5cm, Durchmesser 6 cm
Fundort: Attika, erworben 1875

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Pyxiden sind runde Gefäße mit Deckeln aus Keramik, Metall, Stein, Holz oder Elfenbein, die in unterschiedlichen Formen auftreten und im antiken Griechenland zum Aufbewahren von Schmuck und Kosmetikprodukten verwendet wurden. Die Pyxis der Archäologischen Sammlungen der Karl-Franzens-Universität Graz repräsentiert einen Typ, der sich durch seine zylindrische Form und einen flachen Deckel ohne Knauf auszeichnet. Am Gefäß und Deckel finden sich eingeritzte Buchstaben, die vermutlich vom Hersteller angebracht wurden, um zusammengehörige Stücke nach dem getrennten Brennvorgang wieder korrekt zusammenführen zu können. Wie bei den meisten Pyxiden ist nur der Deckel dekoriert. Er zeigt eine sorgfältig gestaltete Frauenbüste im rotfigurigen Stil, deren Hals unter dem Kehlkopf in einer horizontalen Leiste ausläuft. Die obere Gesichtshälfte ist durch eine gerade Profilführung sowie eine klare Stirnfalte gekennzeichnet, die untere durch ein stark ausgeprägtes Kinn charakterisiert. Die dichten Haarlocken der Frau werden im Nacken zusammengefasst und unter eine breite Kopfbinde gesteckt, welche die Haarenden unverknotet herunterhängen lässt. Vereinzelt springen gekräuselte Löckchen aus der geordneten Frisur auf die Stirn und den Nacken. Die Binde war ursprünglich mit Kreisen und Dreiecken verziert. Neben ihrem praktischen Nutzen hatte sie wohl auch eine dekorative Funktion. Als weiteres Schmuckelement ist am Ohr der jungen Frau eine Schmuckscheibe mit Stein angebracht.

(M.Sch.)

Literatur

DNP X (2001) 672–674 s. v. Pyxis (I. Scheibler)
G. Schwarz in: M. Lehner - T. Lorenz - G. Schwarz (Hrsg.), Griechische und italische Vasen aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz, Veröffentlichungen des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz 1 (Graz 1993) 56f.

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