Inv. Nr.: D 16
Datierung: um 510/500 v. Chr.
Größe: 92 cm
Original: parischer Marmor
Museumsstandort: Athen, Akropolismuseum

  • Kore Gesamtansicht
  • Kore Gesamtansicht
  • Kore Seitenansicht
  • Kore Detail Seitenansicht

Die Kore gehört zu den schönsten Weihgeschenken der Athener Akropolis und ist in zeitlosem, jugendlichem Alter gezeigt. Die züchtig bekleideten Koren stellten mit ihren männlichen Pendants, den nackten Kouroi, die Haupttypen der archaischen Plastik dar und konnten je nach Aufstellungsort sowohl Frauen als auch Göttinnen verkörpern. Der Gesichtsausdruck unserer Statue mit den charakteristischen, schräg gestellten Augen brachten ihr den Namen ein und erinnert an eine Sphinx. Im schmalen Mund ist das archaische Lächeln nur mehr sanft angedeutet. Das Gesicht ist in weichen Zügen modelliert und wird von locker gewelltem Haar gerahmt. Hinten fällt es in einem breiten, horizontal gegliederten Strang tief in den Rücken, vorne legen sich je drei lange Strähnen über die Brust. Die Kore trägt ein (leicht beschädigtes) Diadem und runde Scheiben als Ohrschmuck.
Die schlanke, fast schmächtige Frauengestalt ist in einen dünnen Chiton gehüllt, der sich in welligen Falten um ihren Oberkörper legt und mit der (abgebrochenen) linken Hand zur Seite gerafft wurde. Darüber trägt das junge Mädchen einen schweren Schrägmantel. Die Kore mit den Mandelaugen ist ein schönes Beispiel für die farbige Fassung der Marmorobjekte im antiken Griechenland. Am Gewand sind grüne Farbspuren zu finden sowie eine aufgemalte Mäanderborte am unteren Saum. Am Haar sind ebenfalls rote und gelbe Farbreste zu erkennen, die Brauen und Lider sind schwarz.

(O.D.)

Literatur

W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen4 (München 1993)
E. Langlotz - W.-H. Schuchhardt, Archaische Plastik auf der Akropolis (Frankfurt am Main 1943)
R. Lullies, Griechische Plastik. Von den Anfängen bis zum Beginn der Römischen Kaiserzeit4 (München 1979)

Spezialführungen > Schrille Frisuren - Schräge Bräuche