Inv. Nr.: D 83
Datierung: zwischen 450/440 v. Chr.
Größe: 2 m
Original: Marmorkopie nach Bronzeoriginal von Phidias
Museumsstandort: Torso in Dresden, Albertinum; Kopf in Bologna

  • Athena Gesamtansicht
  • Kopf der Athena Detailansicht
  • Athena Seitenansicht

Die Statue der Athena Lemnia, die ihren Namen der Weihung durch attische Kolonisten der Insel Lemnos verdankt, ist mit einem attischen Peplos mit Überfall bekleidet. Dieser wird an der Schulter gehalten und mit einer dicken Kordel an der Hüfte gegürtet. Die schuppenbedeckte Ägis wird an den Rändern von sich windenden Schlangen eingefasst. In der Mitte ist das Gorgonenhaupt zu sehen, welches eine Schutzfunktion ausübt. Der fehlende rechte Arm hielt ursprünglich einen korinthischen Helm, der linke war auf eine Lanze gestützt. Athena ist hier als Schirmherrin von Athen in friedfertiger Absicht dargestellt, doch lässt sie ihre Wehrhaftigkeit nicht vergessen!
Das dichte, kurze Haar, das in der Mitte gescheitelt ist, wird von einem breiten Band gehalten. Diese harmonischen Formen aus Mittelscheitel, leicht gewelltem Haar mit einfrisiertem Diadem oder Haarbändern waren die typische Haartracht in der Zeit der Klassik. Meist trugen Frauen längere Haare auch zu einem Knoten am Hinterkopf gewunden. Die Statue der Athena Lemnia wurde schon in der Antike hoch gelobt - Lukian rühmt die Kontur des ganzen Gesichtes, die Weichheit der Wangen und die ebenmäßige Nase (Lukian. 4). Auch Plinius (Plin. nat. 34, 54) meint vermutlich diese Statue, wenn er schreibt, dass Phidias eine Athena von so ausgezeichneter Schönheit geschaffen habe, dass sie den Beinamen „Forma“ annahm.

(O.D.)

Literatur

J. Boardman, Griechische Plastik. Die klassische Zeit4 (Mainz 1996)
P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst II. Klassische Plastik (Mainz 2004)
E. Dozio,  Sammlung. „Skulptur des Monats“ November 2006. Die „Athena Lemnia“ - Die Statue in Dresden und der Kopf in Bologna (Basel 2008)
R. Lullies, Griechische Plastik. Von den Anfängen bis zum Beginn der Römischen Kaiserzeit4 (München 1979)

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