Inv. Nr.: D 178
Datierung: 330 v. Chr.
Größe: 2,24 m
Original: Marmor
Museumsstandort: Rom, Vatikanische Museen

  • Apollon Vorderansicht
  • Apollon Detailansicht Kopf
  • Apollon Seitenansicht
  • Apollon Detailansicht Hinterkopf

Der jugendliche Gott Apollon, der in Bewegung dargestellt ist, steht fest auf seinem rechten Bein, hingegen ist das linke nach hinten gesetzt und berührt nur mit den Fußballen den Untergrund. Seine Bewegung soll weniger den Eindruck eines Verweilens wiedergeben, sondern eher die Bewegung ausdrücken. Betrachtet man jedoch die Statue von der Frontansicht oder aus einer Position weiter rechts, gewinnt man den Eindruck, als würde der Gott kurz innehalten. Diese beiden unterschiedlichen Ansichtsmöglichkeiten waren vom Künstler Leochares bewusst geplant sowie ausgeführt worden. Im gestreckten linken Arm hielt Apoll wohl ursprünglich einen Bogen, in dem gesenkten Rechten möglicherweise einen einen Lorbeerzweig oder einen Pfeil. Seine Haare zeichnen sich durch einen nach links gewandten Scheitel aus, dessen Haarlocken, die zur Seite und infolge nach hinten geführt sind, und in einem Haarknoten, der entfernt an eine Masche erinnert. Auch die feinen Haarsträhnen an Ober- sowie Hinterkopf, die schließlich im Bereich des Nackens in spiralartigen Locken enden, sind besonders bemerkenswert. Um das Gesicht zu rahmen sind noch in entgegengesetzter Richtung zu den eben beschriebenen Haarsträhnen kürzere und lockigere geführt.

(S.R.)

Literatur

C. Maderna, Die letzten Jahrzehnte der spätklassischen Plastik, in: P. C. Bol (Hrsg.), Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst II (Mainz 2004) 341-343

Spezialführungen > Schrille Frisuren - Schräge Bräuche