Inv. Nr.: D 187
Datierung: um 150/120 v. Chr.
Größe: 1,93 m
Material: Marmorkopie nach Bronzeoriginal
Museumsstandort: Rom, Kapitolinische Museen

  • Venus Gesamtansicht
  • Venus Seitenansicht
  • Venus Detail

Die Skulptur zeigt die römische Göttin Venus, die der griechischen Liebesgöttin Aphrodite entspricht, wie diese gerade in ihr Bad steigen will und dabei ihre Nacktheit zu verbergen versucht, indem sie mit ihren Armen und Händen ihre Scham und die Brüste verdeckt. Dabei wendet Venus ihren Kopf nach links, um den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Auf ihrem Scheitel befindet sich eine große Haarschleife, ein Frisurelement, welches mit künstlichen Haarteilen aufgebauscht wurde. Die restlichen Haare der Venus werden im Mittelscheitel locker zurückgeführt und fallen in zwei dicken Zöpfen in den Nacken. Diese außergewöhnliche Frisur unterstreicht die Schönheit der großen Figur, die vermutlich bereits in der Antike ihre Betrachter zu begeistern vermochte. Das Gefäß neben der Göttin, über das sie ihr Badetuch mit langen Fransen gebreitet hat, wurde vom römischen Kopisten hinzugefügt, damit der Marmorskulptur, die auf eine frei stehende Bronze zurückgeht, ein sicherer Stand ermöglicht ist. Die Darstellung einer nackten Venus vor dem Bad, die zum ersten Mal von Praxiteles geschaffen wurde, war den ganzen Hellenismus hindurch beliebt und ist durch mehrere Marmorkopien aus der römischen Kaiserzeit auf uns gekommen.

(U.T.)

Literatur

G. Dickins, Hellenistic Sculpture2 (New York 1972) 25–26
W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen (München 1969) 239 Abb. 257
R. Lullies, Griechische Plastik. Von den Anfängen bis zum Beginn der Römischen Kaiserzeit4 (München 1979) 122–123 Abb. 245

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