Inv. Nr.: G 207
Datierung: 3. Viertel 5. Jh. v. Chr.
Größe: Höhe 7,5 cm
Material: orange-roter Ton
Beschreibung: Vorderseite aus Matritze geformt, massiv, Rückseite geglättet, leicht gewölbt, zum Polos hin eingetieft

Terrakottakopf

Auffallend an diesem Fragment ist die voluminöse Frisur, die nicht gescheitelt, sondern in Perllocken ausgeformt ist. Darüber befindet sich noch der Polos, eine Kopfbedeckung, die keine Verzierung aufweist. Am Hals erkennt man noch Ansätze des Peplos, einem ärmellosen Gewand für Frauen.
Der Erhaltungszustand des Kopfes ist relativ gut, da man neben dem weißen Überzug auch rote Farbspuren im Haar feststellen kann. Dies weist darauf hin, dass viele Terrakotten in den unterschiedlichsten Farben prächtig bemalt waren. Mit Hilfe der Bemalung konnten Details, wie etwa Ketten, Gürtel oder Gewandfalten herausgearbeitet werden.
Die Identifikation der hier dargestellten Frau ist ungewiss, einerseits könnte es sich hierbei um eine Göttin handeln, wie etwa Aphrodite oder Demeter, andererseits aber auch um eine Braut oder eine Priesterin. Die genaue Funktion dieser Figurinen ist ebenfalls nicht vollständig geklärt, aber eine Verwendung als Weihgabe oder Grabbeigabe scheint wahrscheinlich.

(S.Sch.)

Literatur

E. M. Christof, Zeugnisse antiker Koroplastik. Griechisch figürliche Terrakotten aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz, ungedruckte Diplomarbeit (Graz 1993)
F. W. Hamdorf, Hauch des Prometheus (München 1996) 24-27
R. Higgins, Tanagra and the Figurins (Princeton - New Jersey 1968) 102

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