Inv.Nr.: D 176
Datierung: Um 340/330 v. Chr.
Größe: 2,13 m
Original: Parischer Marmor
Museumsstandort: Olympia, Archäologisches Museum

  • Hermes von Olympia Gesamtansicht
  • Dionysosknabe Detailansicht
  • Hermes mit Kind Detailansicht

Die Gruppe des Hermes mit dem Dionysosknaben auf dem linken Arm wurde 1877 im Heratempel in Olympia gefunden und befindet sich heute im dortigen Museum. Sie wird Praxiteles, einem der großen Bildhauer der klassischen Zeit, zugeschrieben. In dem ausgestreckten rechten Arm, der heute leider verloren ist, hielt er ursprünglich wohl Weintrauben, nach denen der kleine Dionysos seine Arme ausstreckt.
Um die mythische Herkunft des Dionysos ranken sich mehrere Theorien. Ein Mythos erzählt vom Sohn des Zeus, dessen sterbliche Mutter Semele durch die Eifersucht der Hera, noch vor der Geburt des Kindes ums Leben kam. Hera hatte ihr nämlich geraten, sie solle Zeus bitten sich ihr in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Als sich dieser ihr in der Gestalt des Blitzes offenbarte, verbrannte Semele an seinem Anblick. Danach nähte Zeus das Ungeborene in seinen Oberschenkel ein, um es selbst auszutragen und anschließend zu gebären. Um den neugeborenen Dionysos nun vor der Eifersucht der Hera zu schützen übergab er ihn dem Gott Hermes, welcher das Kind zu den Nymphen nach Nysa bringen sollte, von denen er schließlich aufgezogen wurde.

(S.B.)

Literatur

C. Blümel, Griechische Bildhauerarbeit (Berlin 1927)
J. Boardman, Griechische Plastik. Die spätklassische Zeit (Mainz 1998)
W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen4 (München 1993)
RE V (1903) 1015 s.v. Dionysos (Kern)
E. Simon, Die Götter der Griechen (München 1969)

 

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