Inv. Nr.:  D 226
Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Größe: 1, 86m
Original: Marmorkopie nach Bronzeoriginal
Museumsstandort: Berlin, Pergamonmuseum

  • Artemis Vorderansicht
  • Artemis Seitenansicht
  • Kopf Detailansicht

Während in früherer Zeit Artemis in der Kunst mehr als licht- und segenspendende Göttin, als Beschützerin der Natur und der Menschen gesehen wurde, findet ab dem 4. Jh. v. Chr. eine Entwicklung zur Darstellung der Artemis als Jägerin mit Bogen oder Fackel statt. Die Artemis Colonna trägt hier ein langes, wallendes Gewand der älteren Tradition. Dieses wird, im Laufe der Zeit, immer kürzer, damit es sie bei der Jagd nicht stört. Auf dem Rücken der Göttin sieht man den Köcher, dessen Gurt quer über ihre Brust verläuft. Artemis schreitet energisch voran, zum Abschuss ihres Pfeiles bereit, ihr Gewand weht in der Bewegung leicht nach hinten. Ihr schmales Gesicht wird durch eine Fülle von welligen Strähnen gerahmt, die über der Stirn gescheitelt sind und, um sie bei der Jagd nicht zu behindern, mit einem Band nach hinten gefasst sind. Um den Kopf ist eine einfache Binde gelegt, welche ihre Frisur schmückt. Ein Zopf fällt bis auf ihren Köcher am Rücken, ist aber in der Mitte noch einmal mit einem Band umwickelt, sodass sich das Haar am Ende des Zopfes in einzelne Korkenzieherlocken auflöst.
Diese Statue trägt den Beinamen Colonna, weil sie bei Ausgrabungen 1795 in Italien auf den Besitzungen des Fürsten Philip Colonna gefunden wurde.

Ri. M.

Literatur

J. Boardman, Griechische Plastik. Die spätklassische Zeit (Mainz 1998) 100f.
W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen4 (München 1993) 221f.
RE II 1 (1896) 1335 – 1440 s.v. Artemis (K. Wernicke)

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