Inv. Nr.: D 127
Datierung: um 440 v. Chr. oder 1./2. Jh. n. Chr. (?)
Größe: 0,38 m x 0,48 m
Original: Marmorkopie nach Bronzeoriginal
Museumsstandort: München, Glyptothek

  • Medusa Detail Schlange und Flügel
  • Medusa Kopf
  • Medusa Seite

Die Medusa Rondanini stammt aus dem gleichnamigen Palazzo in Rom. Es ist das am besten erhaltene Medusenhaupt unter sechs weiteren Kopien, die wahrscheinlich nach dem bronzenen Medusenhaupt auf dem Schild der Athena Parthenos gefertigt wurden, deren riesige Gold-Elfenbein-Statue Phidias für den Parthenon geschaffen hatte.
Der überlebensgroße Kopf der Medusa ist von wallendem Haar umgeben, an beiden Seiten des Kopfes ragen Flügel heraus. Man kann die einzelnen Strähnen im Licht-Schatten-Spiel sehr deutlich erkennen. Das Haar reicht der Gorgo bis zu den Ohren, unter ihrem Kinn ranken sich ineinander verschlungene Schlangenkörper, deren Köpfe zwischen den Locken hervortreten. Die seitlich oben am Kopf sitzenden Flügel geben dem ganzen Kopf zusätzlich noch etwas Fremdartiges. Es handelt sich bei der Medusa Rondanini um eine so genannte „schöne Gorgo“, die die tragische Verwandlung einer hübschen Frau in ein Monster für den Betrachter gut nachvollziehbar darstellt. Über die Datierungsansätze und ob es sich tatsächlich um eine Kopie aus der Antike handelt, herrscht noch immer Unklarheit.

           (A.Sch.)

Literatur

J. Boardman, Griechische Plastik. Die klassische Zeit4 (Mainz 1996)
B. Vierneisel-Schlörb, Klassische Skulpturen des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus (München 1979)

 

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