Inv. Nr.: D 75
Datierung: um 460 v. Chr., Herkunft aus einer inselionischen Werkstatt
Größe: 1,43m
Original: parischer Marmor
Museumsstandort: Berlin, Antikensammlung

  • Grabstele Gesamtansicht
  • Grabstele Kopf Detailansicht
  • Grabstele Kopf Rückansicht
  • Grabstele Pyxis Detailansicht

Die Grabstele eines Mädchens wurde 1897 von den Staatlichen Museen Berlin aus der venezianischen Sammlung Giustiniani erworben. Die von der Form her rechteckige Stele verjüngt sich leicht nach oben hin und ist mit einer Volutenpalmette bekrönt. Das in Seitenansicht dargestellte Mädchen ist in einen ungegürteten Peplos gekleidet, der in schweren Falten herabfällt. Mit ihrem rechten Daumen und Zeigefinger nimmt die junge Verstorbene wahrscheinlich ein ursprünglich aufgemaltes Schmuckstück oder Kultschleifen aus der Dose, die sie in ihrer linken Hand hält und deren Deckel am Boden liegt. Außerdem lassen sich Auslassungen für Metallanfügungen wie Ohrschmuck und Fibel, die das Gewand an der rechten Schulter zusammenhielt, erkennen.
Ihr Gesichtsausdruck ist ernst und konzentriert. Das Haar ist mit Bändern hochgenommen. Die Frisur wirkt sehr schlicht, doch man kann sich vorstellen, dass ein ursprünglich farbig gefasstes Band im Haar sicher einen schmuckvollen Effekt hatte – und auch heute noch hat.
Der Betrachter erkennt ohne weiters die Bedächtigkeit  mit der das Mädchen in sein Tun versunken ist.

(A.Sch.)

Literatur

J. Boardman, Griechische Plastik. Die klassische Zeit4 (Mainz 1996)
W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen4 (München 1993)
G. Kaminski, Reliefplastik, in: P. Bol, Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst II (Mainz 2004) 51-63

 

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