Inv. Nr.: G 55
Datierung: Fälschung nach einem Vorbild des 4. Jh. v. Chr. (?)
Größe: Höhe 20 cm
Material: hart gebrannter Ton in kräftigem Dunkelorange

Tympanonspielerin Gesamtansicht

Die Figurenvase stellt eine sog. Tympanonspielerin dar – eine Musikerin, die eine Handtrommel schlägt. Das Tympanon war ein beliebtes Instrument, das meist von Frauen zum Tanz oder auch bei verschiedenen Kulthandlungen, z.B. im Zusammenhang mit Dionysos, gespielt wurde.
Das Gefäß aus unserer Sammlung wird wohl als Grabbeigabe verwendet worden sein, da es für den täglichen Gebrauch zu klein und daher ungeeignet scheint.
Die Proportionen und das Zusammenspiel der Körperglieder wirken paradox. Es finden sich anatomische Widersprüche in der Darstellung des linken Beins mit seinem übergroßen Oberschenkel, der das Körpergewicht tragen sollte, und des rechten abgewinkelten Beins. Der rechte Arm ist sehr kümmerlich gestaltet. Mit der rechten Hand schlägt die junge Frau gerade auf des Tympanon, welches sie in der erhobenen linken hält. Die Musikerin wendet ihren Kopf nach oben, was die Bewegung  besonders verdreht wirken lässt.
Schräg oberhalb des Kopfes der Frau ist eine mehrblättrige Rosette mit eingetieftem Mittelpunkt angebracht. Die Rückseite unserer Figurenvase ist eine moderne Ergänzung. Die Frage, ob nur Teile oder die gesamte Figur gefälscht sind, ist nicht zu klären.

(A.G.)

Literatur

E. Christof, Zeugnisse antiker Koroplastik. Griechische figürliche Terrakotten aus der Sammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz, ungedruckte Diplomarbeit (Graz 1993)

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