Inv. Nr.: D 433
Datierung: um 440/430 v. Chr.
Größe: 0,31 m
Original: Römische Marmorkopie nach einem Bronzeoriginal des Polyklet
Museumsstandort: Rom, Kapitolinische Museen

  • Amazonenkopf Vorderansicht
  • Amazonenkopf Seitenansicht
  • Amazonenkopf Rückansicht

Der Kopf gehörte zu einer Statue, die allgemein dem Polyklet zugeschrieben wird und eine ver­wundete Amazone darstellt. Die Amazone blickte nach rechts zur verletzten Brust und erweckt einen besorgten Eindruck. Obwohl sie in einer Schlacht verwundet wurde, besitzt sie noch immer ihre kunstvoll gefertigte Frisur. Die Haare sind in Wellen zurückgeführt und am Hinterkopf zu zwei schön geschlungenen Knoten verknüpft. Die Amazonen waren in der Antike ein mythisches Volk von kämpfenden Frauen aus dem südrussischen Raum. Amazonenkämpfe gehörten zum Bildrepertoire klassischer wie auch nachklassischer Bauplastik. Weil der Sage nach die Amazonen, die in der Schlacht verwundet worden waren, im Heiligtum der ephesischen Artemis Zuflucht und Asyl fanden, wurden die von fünf bekannten Bildhauern 440/30 v. Chr. bei einem Künstlerwettstreit geschaffenen Amazonen dort aufgestellt. Dieser Amazonenkopf wird im Allgemeinen der Statue von Polyklet zugeschrieben, der in diesem Wettstreit den Sieg davongetragen haben soll.

(U.T.)

Literatur

H. Appelt, Die Amazonen. Töchter von Liebe und Krieg (Stuttgart 2009)
D. von Bothmer, Amazons in Greek Art (Oxford 1957)
R. Lullies, Griechische Plastik. Von den Anfängen bis zum Beginn der Römischen Kaiserzeit4 (München 1979) 90 Abb.162

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